Weltweiter Klimastreik: Südwind warnt vor sozialen Folgen der Klimakrise

Südwind-Aktivist:innen beim Klimastreik in Wien, 2022
/ Foto: Südwind/V.Sufiyan

Brennpunkte im Globalen Süden erfordern höchste Priorität für Klimagerechtigkeit und Unterstützung bei Verlusten und Schäden - Menschenrechtsorganisation Südwind unterstützt Klimastreiks in ganz Österreich

Wien, am 15. September 2023. Anlässlich des weltweiten Klimastreiks fordert die Menschenrechtsorganisation Südwind eine tiefgehende politische Trendwende, um die gravierenden Auswirkungen der Klimakrise einzudämmen. „Klimapolitische Untätigkeit kostet Leben, zerstört Existenzen und gefährdet grundlegende Menschenrechte. Der Katastrophensommer 2023 ist Zeugnis gebrochener Klimaversprechen“, sagt Joachim Raich, Sprecher für Klimagerechtigkeit bei Südwind. „Der Kampf gegen die Klimakrise braucht politischen Mut, vorausschauende Maßnahmen und eine Unterstützung der Länder und Gemeinschaften, die am vulnerabelsten und am stärksten betroffen sind, obwohl sie am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben.“ Südwind fordert daher von Österreichs Bundesregierung, das Konzept der Klimagerechtigkeit in allen politischen Ressorts zu verankern.

„Die wohlhabenden Länder des Globalen Nordens tragen als Hauptverursacher eine besondere Verantwortung, ärmere Länder bei Schutz- und Anpassungsmaßnahmen, sowie bei der Bewältigung von Verlusten und Schäden zu unterstützen“, sagt Raich. „Angesichts der vielen weltweiten Klimabrennpunkte muss das Prinzip der Klimagerechtigkeit endlich höchste Priorität bekommen und ins Zentrum des politischen und wirtschaftlichen Handelns rücken.“

Um weiteren Klimakatastrophen vorzubeugen, fordert Südwind einen umfassenden Wandel hin zu einer sozial und ökologisch gerechten Wirtschafts- und Entwicklungspolitik. Dazu zählen eine menschenrechtsbasierte Rohstoffpolitik mit verbindlichen Reduktionszielen, eine nationale Klimapolitik mit verbindlichen Emissions-Zielen im Rahmen eines Klimaschutzgesetzes und die schnelle und bedürfnisorientierte Umsetzung des Fonds für Verluste und Schäden, um Länder und Communities des Globalen Südens zu unterstützen.

Dieser wurde bei der letztjährigen Klimakonferenz COP27 in Sharm el-Sheikh zwar beschlossen, aber noch nicht ausgestaltet. Für einen solchen Fonds braucht es, laut Südwind, zusätzliche Geldmittel, die über bestehende Finanzierungen hinausgehen und direkt als Zuschüsse fließen, um keine neuen Schulden zu generieren. Der Fonds muss bei der kommenden COP 28 Anfang Dezember als wirksame Unterstützung vor allem für die vulnerabelsten Länder und Communities bereitgestellt und in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden unter Beteiligung von Zivilgesellschaft und Betroffenen erarbeitet werden, sodass die Maßnahmen auch den Bedürfnissen entsprechen.

Rückfragehinweis:
Vincent Sufiyan
Kommunikationsleiter Südwind
Telefon: +43 650 9677577
E-mail: vincent.sufiyan@suedwind.at